In eigener Sache..Blog?

Nun sind es gut und gerne vier Monate, dass dieser Blog besteht, die Bersucherzahlen nähern sich der 1000 ein kleines Anfänger- Highlight vielleicht– und zwischendurch immer wieder die Frage: „Warum bloggst Du eigentlich?“Nun gut, eine Medienprofessorin sagte zu uns: „Sie sind in der glücklichen Lage, alles lesen, hören und schauen zu können was es gibt. Seien sie nicht eindimensional. Egal ob Bild-Zeitung, Tier-Klinik, die Zeit, oder einen Lars von Trier- Film oder popetown. Sie dürfen auch alles ausprobieren im Netz– sie müssen! Sie wollen später ja mit Medien arbeiten- tun Sie es , aber kritisch bitte schön!“

Und sonst- was ist ein Blog? Heisst es jetzt eigentlich „der Blog“ oder „das Blog“?

Exhibitioistischer, persönlicher Zettelkasten mit tagebuchartiger Prägung à la Luhmann? Technisches Wellenreiten?

Dann fand ich ein Buch, dass einen für mich Ansatz bringt: Der italienische Filmregisseur Paolo Pasolini schrieb im Italien der 68´er Kolumnen für die Zeitschrift „Tempo“ in seiner ersten Kolume unter dem Titel:

„Warum diese Kolumne?“

Warum habe ich eingewilligt, für „Tempo “ zu schreiben?Mit der Beantwortung dieser Frage will ich guten wie schlechten Einwänden zuvorkommen; aber ich stelle die Frage doch vorallem mir selbst. Es gibt viele Gründe. Der erste ist mein Drang, Buddha nicht zu gehorchen. Buddha lehrt die Abkehr von den Dingen… und den Verzicht auf Engagement: Zwei Dinge, die meiner Natur entsprechen. Aber ich spüre einen ebenso unwiderstehlichen Drang, meiner eigenen Natur zu widersprechen. Natürlich verlangt ein solcher Drang, sich ständig zu widersprechen, eine Rechtfertigung….. Wenn ich mich rechtfertigen soll, dann berufe ich mich auf die „staatsbürgerliche Notwendigkeit“, persönlich in den alltäglichen Kleinkrieg einzugreifen, um zu demonstrieren, was meiner Meinung nach auch eine Form der Wahrheit ist. Keine gültige Wahrheit, das sei gleich vorweg gesagt, sondern mehr eine Haltung, ein Gefühl, eine sich wandelnde Wahrheit, eine bestimmte Praxis, sozusagen eine Ausdrucksform: Sie kann daher voller Irrtümer und gelegentlich sogar dumm sein…..“ (P.P.Pasolini, Chaos-gegen den Terror, Hrsg.Agathe Haag, Piper, 1981, S.9)

Kann ich ziemlich unterschreiben. In dem Sinne ergo Blog als „Ausdrucksform“ mit der Möglichkeit, der Wahrheit auf die Spur zu kommen?

Wie ist das bei Euch, wertgeschätzte Blogger-KollegenInnen?

–to think about again and further-

Das Buch Pasolinis, „Chaos- gegen den Terror“, das eine Sammlung dieser offen-privat und engagiert geschriebenen Kolumnen enthält, sei jedenfalls zum Weiterlesen wärmstens empfohlen.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “In eigener Sache..Blog?

  1. Pingback: Heisse ( n ) Dank - at in|ad|ae|qu|at

  2. Knut

    Hallo! Ich blogge noch nicht so lange und bisher noch über einen recht begrenzten Hochschulpolitischen Themenkreis, aber das Medium fasziniert mich schon eine Weile. Mich motiviert die doppelte Wirkungsrichtung, die so ein Blog hat. Natürlich möchte ich gelesen werden und auch bei den Lesern einen Eindruck hinterlassen. Andererseits gefällt mir jedoch auch die Wirkung, die diese Art zu schreiben und Geschriebenes zu veröffentlichen auf mich selbst hat. Das Zitat von Pasolini trifft einen Teil dieser Erfahrung recht gut. Ich empfehle auch direkt mal zwei Bücher: Rebecca Blood: The Weblog Handbook, lese ich gerade und bin begeistert, wie treffend sie die ganze Sache beschreibt, von der Wahl der Software, bis hin zur Frage der Entwicklung eines eigenen Stils. Und Mark Aurel: An sich selbst, der Titel variiert, da das Original altgriechisch ist und verschiedene Deutungen zulässt; wenn der das Internet gehabt hätte wäre sein Buch ein Blog gewesen.

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