Klagelied meines Computers

Mein Computer stöhnt, ächzt und jammert. Als Spezies Maschine, die man gemeinhin als „Rechner“ bezeichnet, will er in den Ruhestand gestand er mir gestern abend, mitten in einem Scan-Vorgang.

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„Es ist genug. Längst willst Du nicht mehr nur, daß ich für Dich mit Nullen und Einsen rechne. Schreiben soll ich, zeichnen, Musik machen, Photos und Videos zeigen, und jetzt noch das „soziale Web“, oh Graus. Diese ganzen Informationen mit denen Du mich fütterst. Das ist zuviel, mein Getriebe raucht schon. Und seit neustem hörst Du auch noch so komische Musik über dieses Programm. Gräuslich! Und diese Texte die ich Dir anzeigen soll, viel zu…, nein , das sag ich jetzt nicht, sonst bist Du eingeschnappt- Als Ästhet habe ich da wirklich Probleme, Du! Erst recht mit der Bloggerei, die Du jetzt auch noch angefangen hast, grausam! Das schaff ich nicht, das will ich nicht. Gut, Du hast mich immer virenfrei gehalten, krank war ich nie, dass danke ich Dir. Doch es ist Zeit mein Freund, nach zehn Jahren sollten sich unsere Wege trennen. Ich will privatisieren.“

Sprachs, und soff ab !

Doch das kenn ich schon.
Als ich die Worte „Rentenerhöhung bei gleichbleibender Arbeitszeit zum 1.07 mit zusätzlichen Verbesserungen der medial-moralischenr Arbeitsbedingungen und 30% mehr Kühlung“ murmelte, funktionierte er wieder nach einem Neustart. Dem zehnten für diesen Abend.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gedankengut

Eine Antwort zu “Klagelied meines Computers

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